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Ratgeber · Garten

Nützlinge im Garten: Wer hilft wem?

Redaktion a-zet.org

Was Nützlinge im Garten leisten

Nützlinge sind Tiere, die im Garten bestimmte Aufgaben übernehmen: Sie fressen andere Tiere, bestäuben Blüten oder verbessern den Boden. Dabei handelt es sich nicht um eine feste Gruppe. Ob ein Tier nützlich ist, hängt davon ab, welche Rolle es gerade im Garten spielt. Viele Arten erfüllen mehrere Funktionen oder helfen nur unter bestimmten Bedingungen.

Ein Garten mit unterschiedlichen Pflanzen und Rückzugsorten bietet verschiedenen Tieren Nahrung und Lebensraum. So können natürliche Beziehungen entstehen: Räuber finden Beute, Bestäuber finden Blüten und Bodenbewohner organisches Material. Nützlinge sind dabei keine Garantie dafür, dass Schädlinge vollständig verschwinden. Sie können aber dazu beitragen, dass sich ein Garten selbst reguliert.

Wer frisst Blattläuse und andere Schädlinge?

Blattläuse dienen mehreren Gartenbewohnern als Nahrung. Marienkäfer und ihre Larven fressen Blattläuse. Auch Florfliegenlarven erbeuten sie. Schwebfliegenlarven können ebenfalls Blattläuse aufnehmen, während die erwachsenen Schwebfliegen vor allem Nektar und Pollen nutzen. An den Blüten lassen sie sich oft an ihrem schwebenden Flug erkennen.

Auch Ohrwürmer und Spinnen erbeuten kleine Tiere. Laufkäfer suchen am Boden nach Beute; je nach Art gehören dazu auch Schnecken oder deren Eier. Vögel fressen Insekten und andere kleine Tiere, können aber zugleich Früchte oder Samen aufnehmen. Das zeigt: Die Bezeichnung „Nützling“ ist eine praktische Orientierung, keine Einteilung in ausschließlich gute und schlechte Tiere.

Marienkäfer und Florfliegen fördern

Damit Marienkäfer und Florfliegen im Garten bleiben, brauchen sie neben Beute auch Verstecke und geeignete Überwinterungsplätze. Laub, hohle Pflanzenstängel und andere ungestörte Bereiche können dafür wichtig sein. Werden solche Strukturen vollständig entfernt, fehlen den Tieren möglicherweise Rückzugsorte.

Blühende Pflanzen versorgen erwachsene Florfliegen und Schwebfliegen mit Nahrung. Eine abwechslungsreiche Blütenfolge ist hilfreicher als eine Fläche, die nur kurzzeitig blüht. In der Nähe von Pflanzen mit Blattläusen können sich dann sowohl die erwachsenen Tiere als auch ihre Nachkommen aufhalten.

Welche Tiere bestäuben Blüten?

Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge übertragen beim Besuch von Blüten Pollen. Dadurch unterstützen sie die Bestäubung vieler Pflanzen. Welche Arten eine Blüte besuchen, hängt unter anderem von deren Form und dem vorhandenen Nahrungsangebot ab. Unterschiedliche Blüten und Blütezeiten erweitern die Auswahl für verschiedene Bestäuber.

Nicht jedes Insekt, das an einer Pflanze sitzt, bestäubt sie. Manche Tiere suchen dort nach Beute oder nutzen die Pflanze als Ruheplatz. Für die Bestäubung sind vor allem Blütenbesuche wichtig, bei denen Pollen aufgenommen und an weitere Blüten übertragen werden.

Ein Angebot aus heimischen und standortgerechten Blühpflanzen kann Nahrung bereitstellen. Offene Blüten sind für viele Insekten gut zugänglich; andere Arten nutzen auch Blüten mit tieferliegenden Nektarquellen. Ungespritzte, strukturreiche Bereiche unterstützen zusätzlich die Tiere, die in Stängeln, im Boden oder in kleinen Hohlräumen leben.

Welche Nützlinge helfen dem Boden?

Regenwürmer ziehen Pflanzenreste in den Boden und lockern ihn durch ihre Gänge. Das kann die Durchlüftung und Wasseraufnahme des Bodens unterstützen. Sie leben von organischem Material und tragen dazu bei, dass dieses im Boden weiter abgebaut wird.

Asseln und Springschwänze zerkleinern abgestorbene Pflanzenteile. Pilze und Bakterien setzen den Abbau fort. Diese Bodenorganismen arbeiten zusammen, auch wenn sie für Menschen weniger sichtbar sind als Bienen oder Marienkäfer. Ein Boden, der nicht unnötig verdichtet und nicht dauerhaft unbedeckt gelassen wird, bietet ihnen eher geeignete Lebensbedingungen.

Auch Laufkäfer und Spinnen nutzen den Bodenbereich als Jagdgebiet. Laub und dichte, niedrige Pflanzen können dort Schutz bieten. Werden alle Pflanzenreste sofort entfernt und jede Ecke regelmäßig umgegraben, verlieren manche Arten Nahrung oder Unterschlupf.

So unterstützt du das Zusammenspiel

Nützlinge profitieren besonders von einem Garten, der Nahrung, Schutz und geeignete Lebensräume verbindet. Dafür braucht es keine einzelne spezielle Maßnahme. Oft ist es sinnvoller, mehrere kleine Bereiche mit unterschiedlichen Eigenschaften zu erhalten.

  • Blüten über einen längeren Zeitraum anbieten: Verschiedene Pflanzen mit unterschiedlichen Blütezeiten versorgen Bestäuber und erwachsene Florfliegen mit Nahrung.
  • Rückzugsorte belassen: Laub, trockene Stängel und kleine ungestörte Ecken können als Versteck oder Überwinterungsplatz dienen.
  • Pflanzenvielfalt schaffen: Unterschiedliche Wuchsformen und Blüten ziehen verschiedene Tierarten an und bieten mehr Struktur.
  • Boden schonend behandeln: Häufiges Umgraben und starke Verdichtung können Bodenlebewesen beeinträchtigen.
  • Auf chemische Mittel verzichten oder ihren Einsatz kritisch prüfen: Mittel, die gegen unerwünschte Tiere wirken, können auch andere Insekten treffen. Bei Unsicherheit kann eine fachkundige Beratung helfen.

Ein einzelner Blattlausbefall muss nicht sofort bekämpft werden. Wo ausreichend Nahrung und Lebensraum vorhanden sind, können sich Fressfeinde einstellen. Beobachte zunächst, ob Marienkäfer, Florfliegenlarven oder andere Räuber auftauchen. Bei starkem oder anhaltendem Befall ist es sinnvoll, die Situation genauer einzuordnen und sich bei Bedarf fachlich beraten zu lassen.

Häufige Fragen

Welche Nützlinge fressen Blattläuse?

Zu den bekannten Blattlausfressern zählen Marienkäfer und ihre Larven, Florfliegenlarven sowie Schwebfliegenlarven. Auch andere räuberische Tiere können Blattläuse erbeuten. Ein vielfältiger Garten bietet ihnen Nahrung und Rückzugsorte.

Wie lockst du Nützlinge in den Garten?

Blühende Pflanzen, unterschiedliche Strukturen und ungestörte Rückzugsbereiche machen einen Garten für viele Nützlinge attraktiver. Laub und trockene Stängel können Schutz bieten, während Blüten Nahrung bereitstellen. Wichtig ist, dass nicht jeder Bereich ständig aufgeräumt oder bearbeitet wird.

Sind alle Insekten im Garten nützlich?

Nicht jedes Insekt erfüllt dieselbe Funktion, und manche Arten können Pflanzen schädigen. Viele Tiere sind jedoch Teil von Nahrungsnetzen und dienen anderen Arten als Nahrung. Deshalb lohnt es sich, einen Befall zunächst zu beobachten und die beteiligten Tiere möglichst genau zu erkennen.

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